Herkunftsnachweise: Preisausblick bis 2060
Herkunftsnachweis-Preise lassen sich nicht aus der Vergangenheit ableiten, deshalb modelliert dieser Bericht Angebot, Nachfrage und Regulierung bis 2060.
Kernaussagen:
- Die Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Historische HKN-Preise zeigen, was passiert ist. Für eine fundierte Prognose müssen jedoch Angebot, Nachfrage und regulatorische Rahmenbedingungen separat modelliert werden.
- Zwei Zukunftsszenarien – zwei deutlich unterschiedliche Preisniveaus. Im Szenario „Market-Driven Reference“ bleibt das Angebot höher als die Nachfrage, wodurch die Preise auf einem niedrigen Niveau verharren. Im Szenario „Accelerated Decarbonisation“ wird das Angebot knapper, was zu deutlich höheren HKN-Preisen führt.
- Neue Nachfragequellen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Produktion von grünem Wasserstoff und der Ausbau von Rechenzentren entwickeln weiter. Zudem besteht weiterhin die steigenden Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen.
- Die Regulierung ist ein zentraler Preistreiber. Fördermechanismen, Vorgaben für erneuerbaren Wasserstoff (RFNBO) sowie Berichtspflichten wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) beeinflussen die Nachfrage nach ihnen.
- Nicht alle Herkunftsnachweise haben den gleichen Wert. Technologie, Alter der Erzeugungsanlage und Herkunftsland führen zu Preisunterschieden. Gleichzeitig sorgt der grenzüberschreitende Handel dafür, dass sich Standardprodukte zunehmend an einem gemeinsamen europäischen Preisniveau orientieren.